FOSSILIEN – ZEITZEUGEN ALS SCHMUCKSTÜCKE

Lutz Podolski

Im Rahmen der Ausstellung „Malerei von Leonore Adler“.

25. November bis 24. Dezember 2017


Im Skulpturengarten Werke von
Paul Böckelmann, E.R.N.A., Bernhard Männel, Reinhard Pontius,
Marion und Uwe Hempel, Konstanze Feindt Eißner, Miguel Sanoja


FOSSILIEN – ZEITZEUGEN ALS SCHMUCKSTÜCKE |
Lutz Podolski

Lutz PodolskiDie versteinerten Reste von Pflanzen oder Tieren werden Fossilien genannt, wenn sie mindestens 10.000 Jahre alt sind. Die bio-chemische Umwandlung der Versteinerung entsteht durch Überlagerung von Sedimenten oder Gesteinspaketen unter gewissen Druck- und Temperaturbedingungen. Wir betrachten es als einen Glücksfall, unserem Publikum die eindrucksvolle Sammlung von zwei der arten- und formenreichsten Tiergruppen der Erdgeschichte präsentieren zu können.

An sich schon in ihrer Formensprache und Symbolik einmalig, verwandelt sie der Künstler Lutz Podolski in faszinierende Schmuckstücke. Es sind die schneckenförmigen Ammoniten, die vor 65 Millionen Jahren mit den Dinosauriern ausstarben und die Zähne von riesigen Haien, die vor 3 bis 10 Millionen Jahren die Meere beherrschten. Von diesen bis zu 13 m langen Knorpeltieren existiert nichts mehr als die Zähne, deren unterschiedliche Färbung auf den Einfluss verschiedener Mineralien bei der Versteinerung zurückzuführen ist. Der Hai ist auch heute noch ein Symbol für Macht und Kraft. Er ist ein Wahrnehmungskünstler, hellhörig ja hellseherisch, mit einem ausgeprägten Geruchssinn, fähig die feinsten Schwingungen zu registrieren und Farben auch im Dunklen zu unterscheiden. Sowohl die Ammoniten als auch die Zähne der Haie hatten bei den meisten Naturvölkern zu allen Zeiten als Kultobjekte einen hohen Stellenwert. Besonders begehrt sind sie als Talisman oder Amulett – ein Gegenstand mit einer Schutzfunktion, der immer getragen wird, weil er Glück bringen soll. Wertbestimmend sind neben einer genauen Kenntnis der Herkunft, Seltenheit, Erhaltungszustand, ästhetischer Gesamteindruck und nicht zuletzt die Qualität der Fassung bzw. der Präsentation.

Lutz Podolski, ein venezolanischer Künstler deutscher Herkunft, bringt die allerbesten Voraussetzungen mit, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Er ist nicht nur ein begnadeter Maler und Bildhauer, sondern auch ein ausgezeichneter und erfahrener Goldschmied und Juwelier. Die handwerkliche Ausführung der Fassungen der Preziosen – im Wesentlichen aus 925er Silber – könnte nicht besser sein. Sie fängt die magischen Kräfte ein, verliert aber niemals den Respekt vor diesen Zeitzeugen der Erdgeschichte.

Lutz Podolski - Zahnspange, Cacharocles cacharodon, Ica Peru, 925er Silber, handgeschmiedet, handsigniertLutz Podolski - Kephalopode, Ammonit, Chicamocha Kolumbien, 925er Silber, handgeschmiedet, handsigniert

Den zeitgenössischen, eigenen Werken von Lutz Podolski – Skulpturen hergestellt im „Foldforging-Verfahren“ – werden wir im kommenden Jahr 2018 in unserer Galerie eine Einzel-Ausstellung widmen. Es sind Objekte aus dünnen Metallplatten, die sich in Individuen verwandeln, von denen ein jedes eine kleine Geschichte erzählt, von der Auseinandersetzung mit dem Leben selbst, mit all seinen Gegensätzen, Freuden und Enttäuschungen. Es ist ein Bestandteil der Fragen nach Anderssein und Zugehörigkeit.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und möchten die Gelegenheit wahrnehmen, um Ihnen allen ein Frohes Fest zu wünschen.

Dresden, November 2017
Lieselotte Rojas Sanoja




ES IST GENUG FÜR ALLE DA

LEONORE ADLER

Malerei

7. Oktober bis 24. Dezember 2017


Im Skulpturengarten Werke von
Paul Böckelmann, E.R.N.A., Bernhard Männel, Reinhard Pontius,
Marion und Uwe Hempel, Konstanze Feindt Eißner, Miguel Sanoja


ES IST GENUG FÜR ALLE DA | Leonore Adler

Leonore AdlerDieser Titel entstand ganz spontan – wie von selbst – bei meinem letzten Besuch im Atelier von LEONORE ADLER. Ihre Arbeiten sind vielschichtig, mehrdeutig in einer unendlichen Vielfalt von Variationen. Sie sind wandelbar, fast unergründlich, ohne je grüblerisch oder verquält zu sein. Es gibt weder Vordergrund noch Hintergrund; alles ist ineinander verwoben, alles ist in Bewegung, dem ewigen Wechselspiel von Werden und Vergehen unterworfen.

Es fiel mir ungewohnt schwer, eine Auswahl der Arbeiten für die Ausstellung zu treffen. Leonore saß ruhig dabei und machte nicht die geringsten Anstrengungen mir dabei zu helfen. Schließlich, nach Stunden und Litern ihres exzellenten grünen Tees, hatte ich meine Wahl getroffen. Es sind alles Arbeiten auf Papier, immer in dieser unnachahmlichen Verquickung von Abstraktion und zeichnerisch gut durchdachter Figuration. Die Einheit von Natur und Mensch ist eine Gewissheit. Vielfalt und Reichhaltigkeit im Denken und in den Emotionen, sind die Voraussetzungen für Kreativität. Leonore Adler führt uns mit großer Sicherheit durch ein kreatives Universum ihrer Eindrücke.

Leonore ist zurückhaltend und sehr leidenschaftlich zugleich. Ich überlegte gerade, wie ich diese Ambivalenz ihres Wesens klarer machen könnte, als ich das letzte Blatt der zu prüfenden Arbeiten umdrehte. Aus dem Gesicht einer alten Frau, mit der Haltung einer Priesterin, schauten mich die Augen von Leonore an. Genau dieser strahlend blaue Glanz, der nachdenkliche und doch so entschlossene Ausdruck. (Im Nachhinein bestätigt mir Leonore, dass ihr in dieser Arbeit das Gesicht ihrer Großmutter als Vorlage gedient hat.) Drei Köpfe von Kindern verschiedener Ethnien sind um die Figur der Priesterin angeordnet, das Profi l einer Frau mittleren Alters komplettiert die Arbeit. Der Titel „Es ist genug für alle da“ könnte eine schlichte Feststellung sein, die beruhigen soll. Mit einem Ausrufezeichen versehen „Es ist genug für alle da!“ verwandelt er sich in einen Imperativ, der alle Zweifler überzeugen will. Endet der Satz aber mit einem Fragezeichen „Es ist genug für alle da?“ spiegelt er die berechtigte Furcht vor den Entwicklungen der Zukunft wider; vor der Problematik unserer Welt, in der Hunger und Überernährung koexistieren. Wir sind uns einig, „ES IST GENUG FÜR ALLE DA“, das soll der Titel der Ausstellung sein.

Leonore Adler - Mischtechnik auf farbigem BüttenLeonore Adler - Mischtechnik auf farbigem Bütten

Es wird ja den Künstlern nachgesagt, dass sie sich selbst in ihren Werken darstellen. In diesem Sinne spricht Kandinsky in seinem Essay „Über das Geistige in der Kunst“ von der inneren Welt des Menschen als der wahren Quelle jeder künstlerischen Betätigung und der inneren Notwendigkeit als der treibenden Kraft in der Kunst. Das wird in Leonore Adler eindrucksvoll bestätigt. Sie ist sensibel und tolerant, setzt sich aber leidenschaftlich für ihre Überzeugungen ein. Wenn es stimmt, dass nichts verloren geht und nichts entsteht, sondern alles sich nur beständig wandelt, dann ist eine Metamorphose in den Werken von Leonore Adler allgegenwärtig, eine Metamorphose des Seins.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Lieselotte Rojas Sanoja

Leonore Adler - Es ist genung für alle da, 2015, Mischtechnik auf farbigem Bütten, 53,5 x 86 cm

Vita unter www.adlerkunst.de

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