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Die Lust am Fabulieren

Margarita Pellegrin

Zeichnungen

19. November bis 18. Dezember 2016


Im Skulpturengarten Werke von
Paul Böckelmann, E.R.N.A., Bernhard Männel,
Marion und Uwe Hempel, Konstanze Feindt Eißner, Miguel Sanoja


DIE LUST AM FABULIEREN | Margarita Pellegrin

Margarita PellegrinMargarita Pellegrin: Stadt, Zeichnung, 1972

In der Existenz eines Künstlers sind Kunst und Leben untrennbar. Man sagt ja sogar den Künstlern nach, dass sie selbst es sind, die sich in ihren Werken darstellen. Kandinsky hat diese Idee aufgegriffen in seinem 1912 publizierten Essay „Über das Geistige in der Kunst“, in dem er sagt: „die innere Welt des Menschen ist die wahre Quelle künstlerischer Betätigung und die innere Notwendigkeit ist die treibende Kraft in der Kunst.“ Mit dieser Ausstellung von Zeichnungen öffnet uns Margarita Pellegrin einen Zugang zum enormen Reichtum ihrer inneren Welt, geprägt von einer großen, künstlerischen Begabung und einer sehr femininen, überaus starken Persönlichkeit. Auf ihrem künstlerischen Lebensweg hat sie von Anfang an konsequent ihre Eigenständigkeit entwickelt ohne je Modernismen nachzujagen.

Das Zeichnen ist fast eine Obsession – eine lustvolles Vergnügen – dem sie sogar in Klinikbetten frönt. In flüssiger, gut durchdachter Linienführung erscheinen Wesen, deren Intensität des Blickes – ohne spezifisch narrativen Charakter – besonders in den Bann zieht. Diese Augen sprechen von der Rätselhaftigkeit des Daseins, von Lust und Verlust, von Lebensfreude und Todesangst. Alle Arbeiten scheinen von einem gleichmäßigen Licht erfüllt, von einer Meditation über den Menschen und das Menschsein.

Margarita Pellegrin: Schmetterlinge im Kopf, Zeichnung, 2005Margarita Pellegrin: Wütende, Zeichnung, 2009

Zeichnung ist die notwendige äußere Gestalt einer Idee und gehört zu den ältesten Bestrebungen der Menschheit sich gestalterisch auszudrücken. Es ist die erste und unmittelbarste Formung einer künstlerischen Absicht. Alles Denken verlangt nach Auswertung, der Gedanke, das geistige Bild tendiert nach Verwirklichung, verlangt Erfüllung. Das freie Zeichnen eigener Themen der Künstlerin ermöglicht darüber hinaus Ebenen der Wahrnehmung, die den Blick auf die Welt neu definieren können. ZEICHNEN ist begriffsgeschichtlich verwandt mit dem Wort ZEICHEN.

Wir haben uns sehr gefreut, ausgewählt worden zu sein, um mit dieser Ausstellung ein Zeichen zu setzen für eine ungewöhnliche Frau und Künstlerin, für Margarita Pellegrin.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Lieselotte Rojas Sanoja

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