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GLAS UND METALL

Uwe und Marion Hempel

Skulpturen

23. November 2013 bis 12. Januar 2014


Im Skulpturengarten Werke von
Jutta Albert, Paul Böckelmann, Marion Hempel, Uwe Hempel,
E.R.N.A., Konstanze Feindt Eißner, Ines Hoferick, Miguel Sanoja


GLAS UND METALL

Nur wer selber brennt,
kann das Feuer in anderen entfachen.

Aurelius Augustinus

Feuer ist Leben. In mehr als 20.000 Generationen hat sich die lebensspendende Kraft des Feuers in das Bewusstsein der Menschheit geprägt. Feuer bedeutet Wärme, Gemeinschaft und Geborgenheit, Feuer bedeutet Licht und wo Licht ist kann man sehen, also auch erkennen. Erkenntnis aber geht über die pure Wahrnehmung hinaus, ist ein Prozess und das Ergebnis eines durch Einsicht und Erfahrung gewonnenen Wissens. Künstler, die sich während der Schaffensphase ihrer Werke mit Feuer auseinandersetzen, müssen besonders hohen Anforderungen an Erkenntnis und Wissen gerecht werden.

Uwe HempelMarion Hempel

Meine spezielle Hinwendung zu „feuergeborenen“ Werken, hat eine sehr einfache Erklärung. In den letzten 20 Jahren meines Aufenthaltes in Venezuela lag meine Galerie in nächster Nähe einer großen, sehr angesehenen „Escuela de Artes del Fuego“, einer Schule der Künste des Feuers wie die wörtliche Übersetzung lautet. Es war eine überaus erkenntnisreiche und vorteilhafte Nachbarschaft für beide Teile. Und so wird sicher auch verständlich, dass ich die Ateliers von Uwe und Marion Hempel, in der Alten Wachwitzer Schule, besuchte, als ich noch gar nicht daran dachte wieder eine Galerie zu eröffnen. Ich war einfach neugierig auf dieses Künstlerpaar, das vorrangig mit Glas und Metall arbeitet, Materialien, die beide die Kraft des Feuers brauchen, um ein Kunstwerk entstehen zu lassen.

Uwe Hempel „Feuerkopf“, Stahl, 130 cm, 1999Das gesamte Oeuvre dieser beiden Künstler atmet eine aufrichtige Besinnung auf die einfachen Mittel, auf die Grundbedingungen des Lebens und ist gleichzeitig geprägt von Experimentierfreude, technischem Wagemut und einem natürlichen Empfinden für Form und Farbe. Seit Beginn meiner Galerietätigkeit haben Uwe und Marion Hempel mich auf überaus großzügige Weise unterstützt.

In unserem Skulpturengarten finden sich momentan zwei großformatige Werke aus Stahl und Eisen von Uwe: der „Feuerkopf“, in dem tatsächlich Feuer angezündet wird bei Vernissagen und der „Kra“, eine über zwei Meter hohe vogelähnliche Figur, die eine Wächterfunktion zu haben scheint. An unserem Seerosenteich steht eine Libelle aus Glas und Stahl, eine gelungene Gemeinschaftsarbeit beider, die bei aller grazilen Zartheit den Anforderungen eines stark frequentierten Außenbereiches perfekt gerecht wird. Von Marion hatten wir mehrere Arbeiten der Serie „Glasblüten“, fast drei Meter hohe Werke aus Glas und Stahl, die vor kurzem einen Besitzer gefunden haben. Die Effekte einer Illumination, einer Art gefangenem Licht, die auch bei vielen anderen Arbeiten sehr wirkungsvoll eingesetzt wird, verleihen diesen Blüten etwas Schwebendes, sehr Sinnliches und Expressives, dass die Passanten innehalten ließ…

Marion Hempel „Lebenswagen“ Edelstahl/Stahl/Schmelzglas, 170 x 200 cm, 2008Auch in den kleinen Formaten von Marion Hempel ist das Spiel mit der Doppelung von Transparenz und Trennung stets präsent, mitunter scheint es, als wollte sie das Innerste des Glases freilegen. Dieses Sichüberlagern der Sinnebenen ist auch im Werk von Uwe Hempel gegenwärtig. Seine Arbeiten, erinnern mich häufig an Rituale der ersten Zivilisationen, die die Absicht hatten Objekte in Individuen zu verwandeln. Die Werke dieser beiden Künstler laden dazu ein dem Leben und den Dingen mehr Beachtung zu schenken. Die neuen Werke, die in der gegenwärtigen Exposition im Innen- und Außenbereich gezeigt werden, sind eine kleine Auswahl der Arbeiten, die wir im nächsten Jahr auf einer Messe präsentieren werden

Lieselotte Rojas Sanoja

www.hempelglasmetallkunst.de


Uwe Hempel

Statement:
Uwe Hempel „Traumschiff“ Schmiedeeisen und Fusingglas, 70 x 50 x 80 cm, 2012Es ist ein leidenschaftliches Spiel mit den Kräfteverhältnissen, auf das ich mich immer wieder neu einlasse. Auf der einen Seite meine Idee, auf der anderen Seite ein Material, voll von widerspenstigem Charakter. Erst nach jahrelangem Zwiegespräch mit Metall weiß ich wie es während der Umsetzung reagiert. Und dann geschieht das Unglaubliche, mit einem Male ist es das Schmiedeeisen, oder das Neusilber welches die Zügel in die Hand nimmt und mich führt …

Das Hauptgebiet meiner künstlerischen Arbeit bilden Projekte im öffentlichen Raum, oder Arbeiten verbunden mit der Architektur. Interaktive, kinetische Metallskulpturen oder Skulpturen jeder Größe, die aus kleinen Teilen zusammengefügt in ihrer Dreidimensionalität noch eine erzählerische Dimension erhalten.

Im Gegenpol dazu stehen meine freien Arbeiten, von kühl-konstruktiven bis hin zu kleinteilig – auch naturalistisch, verspielten Schöpfungen, wie z.B. meine Schiffe. Nicht das Schiff will ich hier darstellen, sondern das Gefühl von Naturkraft, Wasser, Wind, und Licht …

 

Marion Hempel

Statement:
Marion Hempel „Wickelcocons“ Studioglas und Edelstahl, Länge 70 – 90 cm, 2012Meine Arbeit basiert auf der Auseinandersetzung mit der Natur. Ich glaube, dass in der Natur bereits alles vorhanden ist und es dem Künstler lediglich obliegt, auf diese Genialität aufmerksam zu machen. Oft setze ich in meinen Arbeiten Erinnerungen oder Träume um.

In der Natur finde ich auch Synonyme, um für mich relevante Themen zu bearbeiten. So stehen für mich z.B. die Kokons für „Verwandlung“ und „Veränderung“ während eines Prozesses der Zurückgezogenheit und Verletzlichkeit. Deshalb wähle ich für diese Objekte Glas.

Meine Beschäftigung mit Ikebana hat auch ein eigenes Harmoniegefühl in mir entwickelt, dass ich versuche, auf meine Arbeiten zu übertragen. Das Glas in seiner sinnlichen Ausstrahlung ist ein ideales Medium, trotzdem arbeite ich auch gern auf Papier und mit anderen Materialien wie Holz und Stahl.

Während ich mich früher vorrangig mit flächigen, meist architekturbezogenen Gestaltungen beschäftigt habe, ziehe ich heute räumliche Objekte vor, um meine Ideen zu verwirklichen.

Gern bewege ich mich zwischen Konkretem und Abstraktem, lote Grenzen aus und verwische sie.

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