« zurück

INA CLAUS UND GABRIELE REICHELT

SOMMER IN SCHWARZ-WEISS

Tuschezeichnungen
Holz- und Linolschnitte

19. Juli bis 27. August 2014


Im Skulpturengarten Werke von
Jutta Albert, Paul Böckelmann, Marion Hempel, Uwe Hempel,
E.R.N.A., Konstanze Feindt Eißner, Miguel Sanoja


Sommer in schwarz-weiß

Von Anbeginn der Menschheitsgeschichte wird dem Elementarkontrast Schwarz-Weiß eine große Bedeutung zugeschrieben. In seiner Verkörperung von Licht und Finsternis, von Leben und Tod drückt er die größten, menschlichen Gegensätze überhaupt aus. Beides zusammen ergibt erst das SEIN in seiner Gesamtheit – ein Weltbild, das vielen Religionen zugrunde liegt. Meist ist es der männliche Schöpfergott, der mit der Farbe Weiß identifiziert wird, dagegen ist die weibliche Urgottheit, die Erde, schwarz.

In der Farbenlehre ist Weiß die Summe aller Farben und steht für Reinheit, für Unschuld, Wahrheit und Vollkommenheit. In vielen Märchen und Sagen sind die heiligen Tiere weiß. Schwarz ist die Farbe der Kreativität, die aus dem Dunkel geboren wird. Sie bedeutet Eindeutigkeit, Funktionalität und Sachlichkeit. Schwarz vermittelt ein Gefühl von Tiefe und Perspektive, von Würde und Eleganz.Der Hell-Dunkel Kontrast erzeugt durch seine Polarität Spannung, Körperlichkeit und Dreidimensionalität.

Für unsere dritte Sommerausstellung in Schwarz-Weiß haben wir zwei Künstlerinnen eingeladen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema auseinandersetzen.


Ina Claus, Tuschezeichnungen

Ina Claus, The incredible Instability of Life, 2011, Tusche/Papier, 640 mm x 450 mmIna Claus, Jedem seine Nische, 2011, ITusche auf Papier, 640mm x 450mm


Ina ClausIna Claus, eine gebürtige Dresdnerin, lebt seit langem in Neuseeland und ihre Tuschezeichnungen spiegeln in besonderem Maße die Untrennbarkeit von Kunst und Leben in der Existenz eines Künstlers wider. Vor einem Jahr etwa fiel mir durch Zufall eine kleine Broschüre mit Abbildungen ihrer Arbeiten in die Hände, mit dem Titel „The incredible Instability of Life“. Ein Gebäude weißer Formen scheint aus einem tiefschwarzen Weltall aufzutauchen und berichtet von der Instabilität des Lebens, von der Last, die durch die Unwiderrufbarkeit von Entscheidungen entstehen kann, von der Zerbrechlichkeit der Gegenwart. Es war als würde ich Ina Claus schon ein ganzes Leben lang kennen. Wie sie mir am Telefon erzählte, ist der Titel der Broschüre angelehnt an das Buch „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, das sie seit langem fasziniert. Und wie Kundera sinniert Ina in ihren Zeichnungen über das Leben, über Gott und die Welt, die Vergänglichkeit, über Sicherheit und Unsicherheit, aber auch über aufmerksam beobachtete Zustände auf unserem Planeten, immer in einer Art spielerischen Erzählens.

Kurzbiographie

Ina Claus sagt von sich selbst, dass sie mit einem Zeichenstift in der Hand geboren worden sei… Diese Geburt fand statt 1969 in Dresden. Sie lebt in Kerikeri, Neuseeland wo sie im Jahre 2006 ihren „Bachelor of Applied Art“ erhielt. Ihre weitere künstlerische Ausbildung basiert auf den beruflichen Erfahrungen als Designerin und einem zweijährigen Studium der Zeichnung und Malerei in der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.


Gabriele Reichelt, Holz- und Linolschnitte

Gabriele Reichelt – Guter Geschmack, Linolschnitt, 2014Gabriele Reichelt – Frühlingserwachen, Linolschnitt, 2014Gabriele Reichelt – Unzertrennlich, Holzschnitt, 2012


Gabriele ReicheltAuch Gabriele Reichelt ist eine begabte Erzählerin mit der unvergleichlichen Fähigkeit, die Komik einer Situation mit wenigen Linien ihrer Holz- und Linolschnitte zu erfassen. Die klare Formentscheidung, die diese Hochdrucke verlangen, entspricht – so scheint es mir - in besonderem Maße ihrem Wesen. Für unser ausgesprochen gutes Verhältnis ist es sicher nicht unwesentlich, dass sie – wie wir alle in diesem Haus – Katzenliebhaberin ist und das auch wieder in einigen Blättern der Ausstellung gekonnt zum Ausdruck bringt. Es gelingt Gabriele Reichelt in Grafiken, die unserem Alltag entstammen, die Dinge so zu fügen, dass sie in eine enge Beziehung treten und deutlich wird, wie sehr sich das Leben in unmittelbarer Nähe abspielt. Sie verzichtet bewusst auf Zwischentöne. Formenstrenge geht mit Lebendigkeit einher, mit der Fähigkeit sich mitzuteilen.

Kurzbiographie

zur Person:
  • geboren 1950, verheiratet,
  • zwei Kinder, zwei Enkel,
  • lebt in Dresden
Weg:
  • 1966 - 1970
    Studium zur Grundschullehrerin Fachrichtung Kunsterziehung, Arbeit bei Freiberg und in Dresden
  • 1986 - 1989
    Hochschulstudium an der PH Dresden mit Diplomabschluss für Fachrichtung Kunsterziehung
  • 1990 - 2008
    Arbeit am Gymnasium als Kunsterzieherin/Lehrauftrag an der TU Dresden im Fachbereich Kunstpädagogik
  • ab 2008
    freischaffend
künstlerischer Werdegang:
  • praktische und theoretische Ausbildung während des Studiums
  • Besuch zahlreicher Kurse, Pleinairs und Reisen
    Malerei, Druckgraphik und Bildhauerei
  • spezifische Ausbildung bei:
    Werner Schellenberg und Peter Muschter (Malerei)
    Michael Hofmann (Druckgraphik)
    Klaus-Dieter Köhler und Siegfried Sack (Bildhauerei)
weitere Tätigkeiten:
  • Fachbuchrezensionen
  • langjähriges Jurymitglied bei Wettbewerben (u.a. für Mercedes)
Ausstellungen & Beteiligungen:
  • in Dresden, Meißen, Freiberg, Görlitz, Berlin, Bischofswerda, Halle


So verschieden die Arbeiten von Gabriele Reichelt und Ina Claus auch sind, beide Künstlerinnen setzen die perfekte Beherrschung der Technik als gegeben voraus.

Ich glaube, Sie werden erstaunt sein über die Menge der Geschichten, Berichte und Lebenserfahrungen, die in unserer kleinen Galerie am Elbhang ihren Platz gefunden haben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Lieselotte Rojas Sanoja

© 2011 – 2017 Galerie Félix – Lieselotte Rojas Sanoja | Startseite | Impressum