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PILGER UND PILGERN – DER JAKOBSWEG

Fotografien von Robert Noack und Dan Knobloch

5. März bis 1. April 2022


Im Skulpturengarten Werke von
Paul Böckelmann, E.R.N.A., Bernhard Männel, Marion Hempel, Uwe Hempel,
Reinhard Pontius, Konstanze Feindt Eißner, Miguel Sanoja,
Wieland Richter, Thomas Schmidt, Doreen Wolff, Thomas Reichstein


PILGER UND PILGERN – DER JAKOBSWEG
Fotografien von Robert Noack und Dan Knobloch

PILGER UND PILGERN - PilgererPILGERN ist ein uraltes Ritual der Menschheit, dessen Ursprung im Dunkeln liegt. Doch als seine treibende Kraft ist von jeher die Suche nach Selbsterkenntnis, nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Spiritualität zu sehen. Pilgern bedeutet „irgendwo hingehen“. Es ist ein spirituelles Wandern. Das Leben ist wie eine Reise, auf der es viel zu entdecken gibt und immerzu neue Erfahrungen gemacht werden. Ganz gleich, wie lang und wie weit die Reise ist, wir hoffen ihren Sinn oder den Auftrag dazu, zu ergründen – vielleicht geht es ja um die Erfüllung des eigenen Daseins – und wenn dem so ist, dann ist Pilgern die Reise und unser Leben der Sinn.

Es ist bezeichnend für unsere schnelllebige Zeit, dass alte Wissenschaften von der Mystik der Orte, den Einflüssen von Natur und Umwelt auf den Menschen und sein Verhalten wie die Geomantie oder die chinesische Lehre Feng Shui einen bemerkenswerten Platz auch in der westlichen Welt eingenommen haben. Von Johann Wolfgang von Goethe stammt der Ausspruch: „Man reist nicht, um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein“.

Seit einigen Tagen beschäftigen mich solche Überlegungen. Zwei junge Männer aus meinem engsten Freundeskreis haben überraschend angekündigt den Jakobsweg gehen zu wollen. Der Jakobsweg, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab führt und die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet.


PILGER UND PILGERN - Bergweg PILGER UND PILGERN - Kathedrale von Santiago de Compostela PILGER UND PILGERN - Der Weg ist das Ziel
Bergweg Kathedrale von Santiago de Compostela Der Weg ist das Ziel


Nun ist dieser Jakobsweg nicht nur eine bestimmte Route, sondern die Bezeichnung für den sicher beliebtesten Pilgerweg Europas. Diese Beliebtheit hat mehrere Gründe: Man sagt, dass die Pilger dieses Weges neue Kraft und Haltung finden, ein tieferes Verständnis erhalten für ihre Mitmenschen und Erfahrungen sammeln, die ihnen helfen ihr Leben zu verändern und ihren Horizont zu erweitern. Viele möchten Gott näher sein, etwas Neues erleben oder sich ganz einfach frei fühlen.

Dieser letzte Punkt rückte für mich an die wichtigste Stelle der Beweggründe meiner beiden Freunde, als ich das erste Foto sah, das sie mir schickten. Da waren beide wie erfüllt von Freude. Mit fast kindlichem Stolz präsentierten sie ihre Muscheln und Pässe, die Kennzeichen der Pilger. Sie waren bereit für alles, was sie erwartete und würden es sowohl zu schätzen wie zu genießen wissen. Dann kamen mehrere Aufnahmen, die mich mit ihrer Aussagekraft faszinierten und allen Ansprüchen gerecht wurden. Ich kenne beide gut und weiß wie fähig sie sind, dennoch war ich von der Lebendigkeit und Wahrhaftigkeit dieser Bilder, gemacht von Amateuren, zutiefst beeindruckt. So deutlich, dass ich den beiden jungen Pilgern vorschlug, eine Ausstellung zu organisieren, um es Ihnen verehrter Leser, zu ermöglichen ein Stückchen Jakobsweg mit ihnen zu gehen… Vielleicht entdecken Sie dabei, dass der Jakobsweg vor Ihrer Haustür beginnt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude.

Lieselotte Rojas Sanoja
Dresden, Februar 2022

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